YOGA IN WUPPERTAL.

"Jeder kann Yoga üben."



Einträge 2022.

Themen wie: Mehr Gelassenheit, Fünf Koshas und Fragen nach Freiheit, Befreiung und Irrtum sind bereits enthalten. Die Vervollständigung wird nach und nach begangen. Ich bitte um Geduld.


5. Empfehlung
"Lesen"
Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, so ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.


Dir wünsche ich ein friedvolles, liebevolles und gesundes neues Jahr 2022. Möge stets Gelassenheit unser Denken und Handeln begleiten.


6. Empfehlung
"Handeln"
Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen – und ich werde es niemandem erzählen.

Gemeint sind keine Heldentaten. Vielmehr Handlungen aus Mitgefühl, Achtsamkeit und Liebe.


7. Empfehlung
"Überwinden"
Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, dann werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

Vorhaben gemeistert, gelöst und bewältigt zu haben, du kannst hier sicher einige Beispiele nennen, schenkt uns das friedliche Gefühl der Gelassenheit.

Sivananda sagt: "1 Gramm Praxis wiegt mehr als 1000 Gramm Theorie."
Ich kenne noch: "Klotzen statt Glotzen." Oder: "Red' nicht so viel, mach einfach!"
Das trifft auf das Große, wie auf das Kleine, Alltägliche zu.


8. Empfehlung
"Planen"
Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Außerdem werde ich mich vor zwei Übeln hüten: Vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

Solch eine Planung schenkt uns Freiraum in der Umsetzung. Wir bleiben fokussiert und alleine die Erinnerung an das Notierte, ist Motivation in Richtung Zielsetzung.


9. Empfehlung
"Mut"
Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist. Denn ich werde an die Güte glauben.


Die Güte Gottes, die Nähe des Absoluten, unser Bewusstsein für das Allumfassende lässt uns lieben und vertrauen.


10. Empfehlung
"Vertrauen"
Nur für heute werde ich fest daran glauben, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten.

In den letzten 10 Wochen besprachen wir:
Leben
Sorgfalt
Glück
Realismus
Lesen
Handeln
Überwindeln
Planen
Mut
Vertrauen

Alleine die einleitende Formulierung "Nur für heute ..." verleiht mir eine gewisse Leichtigkeit um diese Leitlinien anzunehmen und auszuprobieren. Vielleicht nicht alle auf einmal, aber die ein oder andere Empfehlung werde ich in meinem Alltag integrieren.


Der ganzheitliche Yoga
In unserer Yogapraxis verfolgen wir den integralen Yoga, eine Einheit der 6 verschiedenen Yogaarten:
HATHA entwickelt mit Asanas deinen physischen Körper.
KUNDALINI fördert deinen Energiekörper, durch Aktivierung deiner Chakras und Nadis.
RAJA unterstützt deine Psyche und umfasst Affirmationen, Achtsamkeit sowie Meditationen.
JNANA wirkt auf Intellekt und Intuition.
BHAKTI öffnet mit Mantras dein Herz, formt deinen Gefühlskörper.
KARMA hilft, alles ins tägliche Leben zu integrieren.

Wenn einmal die Frage aufkommen sollte, welche Yogaart du praktizierst, lautet die Antwort: "Der ganzheitliche Yoga" oder auch "JAGANNATH YOGA" 😉. Denn das, was wir wöchentlich gemeinsam üben, das, was du selbst aus deiner Yogapraxis herausnimmst, ist genau dein Yoga.


Fünf Koshas - Eine Grundlage in Jnanayoga

Unser wahres Selbst, im Yoga "Atman" genannt, wird von fünf "Koshas", "Körperhüllen" verdeckt. Ähnlich wie der Rauch das Feuer verschleiert, verhüllen die Koshas unseren göttlichen Kern. Der Rauch entsteht nur durch das Feuer, die Koshas entstehen nur durch Atman selbst.

Da die fünf Koshas zu ganz unterschiedlichen Bereichen unseres irdischen Lebens gehören, wird deutlich, dass nur die Praxis des intergralen Yogas es uns ermöglicht, die Identifikation mit den Koshas zu lösen. Dadurch erkennen wir unser Selbst, unser reine Bewusstsein.

In den kommenden Wochen werden wir die einzelnen Hüllen beleuchten. Wir erfahren zudem, mit welcher Yogapraxis wir welche Hülle beseitigen können.


ANNAMAYA KOSHA
Die Nahrungshülle

Mit vegetarischer Kost und deiner Yogapraxis bleibt dein Körper gesund, flexibel und kräftig. Das Zwicken und Zwacken hält sich im Rahmen und der Geist löst sich von deinem Körper. Du denkst nicht ständig an Völligkeit, Rücken oder Knie. Du fühlst dich wohl. Deine Energie und Konzentration kannst du deshalb für etwas Anderes, etwas Höheres nutzen.


PRANAMAYAKOSHA
Die Energiehülle

Durch Pranayama kannst du dein Energiesystem reinigen, was sich auf die ersten beiden Hüllen auswirkt. Körperliche und geistige Blockaden werden gelöst, deine Identifikation zu Körper, Geist und Gefühlen wird gemindert.
Durch regelmäßiges Pranayama kommst du zu mehr Lebensenergie und größerer Gesundheit. Es reinigt die Psyche von falschen Anhaftungen und Vorurteilen.

Sivananda sagt: "Ist das Prana ruhig, ist es auch dein Geist."


MANOMAYAKOSHA
Die Geisteshülle

Diese Hülle beinhaltet dein einfaches Denken und deine Emotionen, deine Wünsche, Fähigkeiten wie auch Neigungen. Ebenso liegen dort Unterbewusstsein und deine fünf Sinnesorgane.
Täuschungen und Irritationen beeinträchtigen dich in dieser Hülle. Deshalb meditierst du. Du klärst deinen Geist, der Schleier hebt sich, die Identifikationen verschwinden und du "erkennst".

Zugegeben, die meiste yogische Arbeit liegt in diesen ersten drei Koshas: Nahrungs-, Energie- und Geisteshülle. Die verbleibenden zwei Hüllen sind hingegen "beinahe leichter" zu erreichen.


VIJNANAMAYAKOSHA
Die Intellekthülle

Sind deine ersten drei Hüllen gereinigt, wirkt deine Yogapraxis weiter auf Vernunft, Unterscheidungsvermögen, Ego und Ich-Bewusstsein.
Du erfährst Kontakt zum Überbewusstsein. Dies nennt man Samprajnata Samadhi, erleuchtet werden in der Dualität, ein Übergang zum Einswerden mit Allem.


ANANDAMAYAKOSHA
Die Wonnehülle

Die letzte Ebene unseres Menschseins ist eng mit dem Bewusstsein verbunden.
Sind die vier vorherigen Hüllen von Identifikationen gereinigt, erfahren wir wahre Einheit: Wir sind eins mit Atman.

FAZIT:
Das wahre Selbst kann durch eine intensive Yogapraxis (Asanas, Pranayama, Meditation) erreicht werden.
Auf dem Sterbebett werden wir somit keine Angst habe, denn wir nutzten unser Leben, um unser Selbst zu erkennen.


Was ist Freiheit?

Abhängig zu sein von Körper, Geist, Sinnen, Essen, Mode wie auch freizügig zu reden, den Gedanken freien Lauf zu lassen oder gar Fernreisen unternehmen ist keine Freiheit.
Einfach das zu tun, was man will, ist keine Freiheit.

Freiheit liegt im Sich-Lösen. Freiheit ist Einswerden mit dem Absoluten. Freiheit ist Wunschlosigkeit. Das Verschwinden von Wünschen führt dich zum erhabenen Zustand höchster Wonne und vollkommener Freiheit.


Befreiung (Moksha)

Löst sich dein Geist von Objekten oder Sinnesorganen, von Wünschen oder Sehnsüchten, dein Ich von deinem Denken oder Neigungen, tritt Befreiung ein.
Du erfährst Befreiung aus den Anhaftungen der Ich-Identifikation.
Der Geist ist die Ursache von Bindung und Befreiung. Je mehr du reflektierst, desto leichter fällt dir das Loslassen.


Erdentrott - Ein Irrtum

Erkenne deinen göttlichen Kern. Löse dich von diesem Erdentrott.
Du denkst an deinen Körper, an deine Familie, deine Freunde, an dein Essen, an deine neuen Sneakers uvm.

Warum nicht mal nach innen schauen, zum inneren Palast?
Finde heraus, was in dir liegt. Halte den Schatten nicht irrtümlich für die Substanz. Gib dich nicht mit Oberflächlichem zufrieden.

Erkenne dein wahres Selbst.


Schafslöwe - Ein Irrtum

Es war einmal ein Löwenjunge, das von seiner sterbenden Mutter unter fürsorglichen Schafen zurückgelassen worden war. Das Löwenjunge wuchs rasch zu einem großen Löwen heran, doch blökte er wie ein Schaf.

Eines Tages kam ein anderer Löwe vorbei und hörte den Schafslöwen blöken.
"He, Bruder! Was ist denn mit dir los?"
"Warum? Ich bin ein glückliches Schaf."
"Unsinn! Komm mal mit." Er führte den Schafslöwen zu einem Fluss.
"Sieh dein Spiegelbild, du bist ein Löwe."

Der Schafslöwe betrachtete sein Spiegelbild und sagte erfreut: "Was für ein Irrtum... Ich bin ja gar kein Schaf. Ich bin ein Löwe!"
Er brüllte laut und ging mit dem anderen Löwen davon.

Erkenne und verwirkliche dein wahres Selbst.